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Pressemitteilung – Elektronikpraxis

Pressemitteilung – Elektronikpraxis

HORST – der erschwingliche Industrieroboter

Das Start-up Fruitcore hat einen sehr günstig zu produzierenden und einfach zu bedienenden Industrieroboter entwickelt. Mit „Horst“, wie der Roboter heißt, soll die Automatisierung auch für kleinere und mittlere Unternehmen realisierbar werden. Das Entwicklerteam erhält für seine weitere Arbeit das Exist-Gründerstipendium des BMWi.

Die Digitalisierung und mit ihr die Industrie 4.0 greifen nicht erst seit gestern um sich. Mit ihnen hat sich nicht nur der Bedarf an Vernetzung erhöht, sondern auch der an leistungsfähigen Industrierobotern. Jedoch schrillen hier vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen die Alarmglocken: Wie sollen sie sich die riesigen Investitionen in die Automatisierung leisten können? Bisher sind die Roboter teuer und in der Regel ohne entsprechende Fachexpertise nur schwer zu bedienen.

Hier will das Start-up Fruitcore Abhilfe schaffen. Das Team, zum größten Teil bestehend aus Absolventen der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), will mit ihrem eigens entwickelten Roboter „Horst“ den Weg zur Digitalisierung öffnen. Die Förderzusage über das Bundesprogramm Exist des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bescheinigt den jungen Unternehmern Erfolgsaussichten.

Er kann sich strecken und bücken, um die eigene Achse drehen – und kräftig zupacken: Horst ist ein flinker, zirka 70 cm großer Roboter, sein korrekter Name lautet „Highly Optimized Robotic Systems Technology“. Der Begriff „optimiert“ in seinem Namen bezieht sich auf vielerlei Eigenschaften. Eine herausragende darunter: Horst wird im Vergleich zu seinen großen und in vielen Fabrikhallen tätigen Kollegen sehr günstig zu produzieren sein. „Der Roboter besteht nicht aus teuren Armelementen, die in einem Stück gefertigt werden, sondern wird aus günstig zu produzierenden Plattenelementen aufgebaut. Dadurch entsteht eine gewichtsarme Grundstruktur, die in Kombination mit der mechanischen Anordnung der Elemente den Einsatz von kleinen und günstigen Antriebseinheiten erlaubt“, sagt Jens Riegger.

Leistungsfähiger Roboter im Niedrigpreissegment

Riegger ist nach einem Maschinenbaustudium an der Hochschule Karlsruhe zum Masterstudium zur HTWG gewechselt. Hier lernte er Tobias Erb und Manuel Frey kennen. In einem Forschungsprojekt hatten sie sich mit dem Robotermarkt auseinandergesetzt. „Daher wissen wir, dass es bisher kaum leistungsfähige Roboter im Niedrigpreissegment gibt“, erklärt Riegger. Mit Horst vergleichbare Industrieroboter, die über eine Traglast von zwei kg verfügen, seien in der Grundausführung ab 18.000 Euro zu haben. Preise, die für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) immer noch zu hoch sind. Nachdem Jens Riegger, Manuel Frey und Tobias Erb schon für eine andere Entwicklung erfolgreich zusammen gearbeitet haben, haben sie sich Anfang 2016 der Konstruktion eines preisgünstigeren Roboters gewidmet. Die Idee für Horst war geboren. Mit ins Boot kam nun Tobias Kuentzle, ein ehemaliger Kommilitone von Jens Riegger von der Hochschule Karlsruhe. Gemeinsam tüftelten die vier weiter.

Das Team sieht neben der Industrie noch einen weiteren wichtigen Markt: Bildungseinrichtungen. Sie bereiten bereits jetzt Schüler und Studierende auf die weitere Automatisierung vor. „Schulen und Hochschulen haben aus finanziellen Gründen wenn überhaupt meist nur einen einzelnen Vorführroboter“, sagt Tobias Erb. Künftig könnten sie sich mehrere kleine Roboter leisten, die das gemeinsame Arbeiten im Klassenverbund beziehungsweise im Labor ermöglichen. Gemeinsam mit der Winkler Bildungszentrum GmbH werden die Firmengründer Schulungsunterlagen erarbeiten und erproben.

So soll Horst nicht nur wegen seines Preises interessant sein, sondern auch wegen seiner einfachen Bedienbarkeit. „Ein kleines Unternehmen kann nicht seine Mitarbeiter mehrere Tage zu Schulungen schicken“, erläutert Tobias Kuentzle. Deshalb soll ein innovatives Softwarekonzept auch ungelernten Bedienern einen einfachen und schnellen Einstieg in die Programmierung des Roboters ermöglichen. Dazu haben sich die Ingenieure zwei Informatiker mit ins Team geholt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.elektronikpraxis.vogel.de/automatisierung/articles/537726/

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